Ein Abend mit Ignaz Netzer:

 

Akustikblues  vom  Feinsten

 

US-Blues- und Rootsmusiker Peter Karp als special guest

IGNAZ  NETZER

 

2021 kann er sein 50-jähriges Bühnenjubliäum feiern. Nach weit über 2 500 Konzerten, 16 Tonträgern  und einigen Preisen und Auszeichungen, zuletzt mit dem Germany Blues Award 2015, steht am 11. 10. 2019 mit Ignaz Netzer ein „Großmeister des klassischen Blues“ (so das altehrwürdige „Jazzpodium“) auf der Bühne des „Red House“ in der Pfingstbergschule Mannheim. 

 

Als Kind schon bekam Netzer klassischen Gitarrenunterricht, den er auch dann nicht unterbrach, als er in der heimischen Küche zum ersten Mal durch eine Radiosendung mit dem Blues in Berührung kam. Gespielt wurden ua Songs von Lightnin´ Hopkins und Brownie McGhee. Er entdeckte die Möglichkeiten seiner Gitarre ganz neu und wollte fortan den Blues spielen. Mit zwei Freunden zusammen gründete er eine Band namens „Firma Kischke“, die dem Chicago-Blues in seiner reinsten Form frönte. Im August 1971 folgte der erste öffentliche Auftritt mit der Band, dem sich bald zahlreiche weitere Konzerte im ganzen süddeutschen Raum anschlossen. 1984 veröffentlichte die Band ihr Debutalbum „Nix als the Blues“; wie der Titel schon andeutet enthielt er von Netzer geschriebene Texte in seiner schwäbischen Mundart, aber auch englischsprachige Songs. 2010 kam es zu einem einmaligen Reunion-Konzert der Band im Jazz-Club Wangen.

 

Mitte der siebziger Jahre zog es den Musiker zum Studium der Germanistik und Geschichte nach Freiburg, in jenen Jahren ein Eldorado der nationalen und internationalen Folkmusik-Szene. Die Namen der Musiker, damals noch Liedermacher genannt, lesen sich heute wie das Who is Who jener Zeit. Mit allem, was damals Rang und Namen hatte, spielte Netzer zusammen: Colin Wilkie, Wizz Jones, Derroll Adams, Werner Lämmerhirt, Ray Austin, mit Dirk Sommer legte er zwei Langspielplatten vor, „Schnappschuss“ und „Durschd“, heute gesuchte Raritäten.

 

Er traf auf Alexis Korner, der als einer der Väter des weißen Blues gilt, und zu seinem musikalischen Mentor wurde, wie Netzer dem Magazin bluesnews erzählte. Auch der heute vergessene englische Bluesbarde Gerry Lockran kreuzte seinen Weg. Mit ihm tourte er durch viele englsiche Clubs und lernte dabei Musiker wie Bert Jansch oder John Renbourn kennen.

 

In den amerikanischen Südstaaten begab er sich auf die Spuren der alten Blueslegenden, besuchte auch die Gräber der Musikerm was sich zum Beispiel in dem Song „Elmores Grave“ niederschlug. Auf diesen Reisen lernte er viele Musiker kennen und jammte mit Ihnen, so auch mit  Wade Walton, Mitglied in B. B. Kings Begleitband.

 

In der Folgezeit spielte Netzer in vielen Projekten und Formationen zusammen. So gründete er mit dem Boogie-Woogie-Pianisten Thomas Scheytt das „Oldtime Blues & Boogie Duo“. Zusammen legten sie mehrere CDs vor, ua eine mit der Jazz-Organistin Barbara Dennerlein. Mit einer der letzten großen Vaudeville-Künstlerin Jeanne Carroll brachte er zusammen mit dem Pianisten Christian Rannenberg (First Class Blues Band) eine vielbeachtete CD heraus.

 

Mit dem Harpspieler Albert Koch veröffentlichte er als „Making Blues“ ebenfalls zwei hochgelobte CDs vor. In jüngster Zeit arbeitete er vermehrt mit Klaus „Mojo“ Kilian (Downhome Percolators, Matchbox Bluesband) und Werner Acker zusammen.

 

Ignaz Netzer fasziniert sein Publikum mit seiner rauhen, tiefschwarzen Stimmen, seinem herrlich entspannt wirkenden Fingerpicking- und Slide-Gitarrenspiel und nicht zuletzt auch an der harp, die er oftmals parallel zu seinem Gitarrenspiel einsetzt. Und ganz gleich ob er die Titel von den alten Blueslegenden covert, neu arrangiert oder auch eigene Titel spielt – immer ist ein ganz eigener, typischer Netzer-Sound zu hören und zu erkennen. Seine Texte tun ein Übriges dazu. Sie behandeln nicht nur die üblichen klischeebehafteten Bluesthemen Frauen, Einsamkeit und Tod, sondern durchaus auch ganz alltägliche Erlebnisse zum Beispiel mit seinen Katzen wie in dem Titel „Tomcat Willie left his home“, reflektieren seine Reisen und Erfahrungen in die Südstaaten der USA wie in dem Song „Elmores Grave“ oder nehmen Bezug zu aktuellen gesellschaftlichen Themen wie in „Brown Monkeys“.  Fast immer ist ein leicht (selbst-) ironischer Ton enthalten: manchmal auch gewinnt man den Eindruck, sein Gitarrenspiel konterkariert das gesungene Thema auf ironische Weise.

 

www.iganznetzer.de

 

Letzte Veröffentlichung: Ignaz Netzer & Werner Acker, Saitenzauber

 

 

 

 

 

PETER  KARP

 

All das hat er gemeinsam mit Peter Karp aus den Staaten, der den Abend eröffnen wird und damit bereits zum dritten Mal , wie Netzer übrigens auch, auf der Bühne des „Red House“ stehen wird – diesmal allerdings solo, ohne seine angestammte „Roadshow Band“. Ähnlich wie Netzer überzeugt Karp mit seiner rauhen, bluesgetränkten Soulstimme, seinem exzellenten Spiel auf der Resonator-Gitarre und seinen ausgefeilten, oftmals sehr autobiographischen Texten. Peter Karp arbeitet regelmäßig mit bekannten Stars der internationalen Bluesszene zusammen und veröffentlichte zahlreiche Platten mit ihnen, so ua mit der kanadischen Bluesgitarristin Sue Foley oder dem Ex-Rolling Stones Gitarristen Mick Taylor, der zu einem seiner Mentoren wurde. Willie Dixon gab ihm Unterstützung und Rat beim Songwriting. Karp glingt es immer wieder, seine Songs mit aufrichtigen Emotionen, Humor, Offenheit sowie mit Einflüssen von Funk, R&B, Südstaaten-Soul, amerikanischem Songwriting und Rock-Blues zu paaren.

 

Das Publikum darf gespannt sein, was auf der Bühne des „Red House“ passiert, wenn die beiden Musiker, Netzer und Karp, zum ersten Mal musikalisch aufeinander treffen.

 

www.peterkarp.com

 

Letzte Veröffentlichung: Blue Flame und The American Blues (Deutschland)